Brazilian Jiu-Jitsu  /Selbstverteidigung


Das Brazilian Jiu-Jitsu (kurz “BJJ”) ist ein moderner, dynamischer Kampfsport, dessen Wurzeln im japanischen Judo und Jiu-Jitsu liegen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Bodenkampf. Im Gegensatz zu anderen Bodenkampfsportarten (z. B. Ringen oder Judo) ist nicht das „aufs Kreuz legen“ oder „Schultern“ ausschlaggebend. Ziel des Sportes ist es vielmehr den Gegner durch Fuß-, Arm-, Bein-, Schulterhebel und Würgetechniken, welche aus allen erdenklichen Lagen und Positionen möglich sind, zur Aufgabe zu zwingen. Daraus ergibt sich ein interessantes Wechselspiel zwischen Angriffen, Befreiungen und Kontern. Sowohl technische Vielfalt als auch konditionelle Aspekte (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit) sind hier gefragt. BJJ wird sowohl mit Gi (Kimono), als auch ohne Gi, trainiert. Letzteres wird dann meist Grappling oder Submission Wrestling genannt. In Deutschland gibt es seit 4 Jahren die Deutsche Grappling Liga (DGL) in der auch unser Team jedesmal erfolgreich teilnimmt.

 

BJJ und Gewaltprävention

BJJ eignet sich hervorragend zur Gewaltprävention. Der Haupttrainer Gregor schrieb seine Magisterarbeit mit dem Titel "Gewaltprävention durch Kampfsport" und konnte in seinen Untersuchungen und jahrelangen Beobachtungen als Trainer bestätigen, dass gewalttätiges Verhalten durch regelmäßiges Kampfsporttraining reduziert wird. Fairness, Empathie, Frustrationstoleranz, Disziplin und weitere Kompetenzen werden durch regelmäßiges Training geschult und entwickelt. Da BJJ keine Schläge und Tritte beinhaltet ist es insbesondere für Kinder gut geeignet. Die letzten Jahre und aktuell leitet Gregor Herb Projekte an der Vigelius- und Paul Hindemith Grundschule. Dort gibt er BJJ Training, mit dem Ziel, das soziale Miteinander und die Disziplin der Kinder zu verbessern.

 

BJJ zur Selbstverteidigung

Obwohl sich das BJJ zu einem Wettkampfsport mit Reglement entwickelt hat, hat die Wirksamkeit in der Selbstverteidigung nicht nachgelassen. Die Techniken des Sportes wurden für Strassenkämpfe und Vale Tudo Kämpfe entwickelt und dort auch erprobt (siehe Geschichte). Der Vorteil der sportlichen Komponente ist, dass mit voller Gegenwehr geübt wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen SV Kursen ist somit gesichert, dass die Techniken funktionieren und nicht reine Theorie sind. Das BJJ beinhaltet viele Kontrollgriffe und keine Schläge. Dieser deeskalierende Charakter ist somit insbesondere im Sicherheitssektor (Security, Polizei) wichtig. Der oder die Ausübende lernt mit Attacken umzugehen, sich zu schützen, sich zu wehren und den Angreifer unter Kontrolle zu bringen.


Geschichte des BJJ


Mitsuo Maeda, Schüler des Judobegründers Jirogo Kano, wanderte 1914 nach Brasilien aus. Dort freundete er sich mit Carlos Gracie an und unterwies ihn im traditionellen japanischen Jiu-Jitsu. Carlos’ jüngster Bruder Helio Gracie war Carlos´ kleinster und leichtester Schüler. Als körperlich meist unterlegener Kämpfer änderte Helio Techniken ab um sie effizienter für seine Statur zu machen; das Brasilianische Jiu-Jitsu (BJJ) oder auch Gracie Jiu-Jitsu war geboren.
In zahllosen Herausforderungen wurde das BJJ von ihm und seiner Familie immer weiter verfeinert und perfektioniert. Straßenkämpfe und ValeTudo („alles erlaubt“)- Wettkämpfe,  in denen Helio und seine Familie immer wieder auch körperlich stärkeren Kämpfern gegenüberstanden, bestätigten die hohe Effizienz des Sportes in realen Auseinandersetzungen.
Weltweit berühmt wurde das BJJ als Royce Gracie in den USA bei den Ultimate Fighting Championships (UFC) 3 Jahre in Folge den Titel erkämpfte. UFC ist ein Wettkampf, bei dem alle Kampfsportarten gegeneinander antreten. Obwohl BJJ praktizierende Kämpfer aufgrund der hohen Effektivität dieser Kampfkunst bei derartigen Wettkämpfen meist erfolgreich sind, ist BJJ nicht mit MMA, UFC, Vale Tudo, Free Fight usw. gleich zu setzen bzw. zu verwechseln. BJJ ist ein eigenständiger Sport. Es hat sich als Wettkampfsport etabliert, bei dem jegliches Schlagen und Treten verboten ist. Die Kämpfe beginnen ähnlich wie im Judo, werden aber nicht vom Schiedsrichter unterbrochen, sondern am Boden nach Möglichkeit bis zur Aufgabe einer der Kämpfer, ausgekämpft.
Das große Ziel der BJJ Funktionäre ist es, den brasilianischen Wettkampf als olympische Disziplin zu etablieren. Unter den Augen der Mitglieder des nationalen brasilianischen olympischen Komitees veranstalteten sie ihre erste Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro im Juli 1996.


Graduierungen im BJJ


Im BJJ werden – wie in anderen Kampfportarten auch – verschiedenfarbige Gürtel verwendet, um den Kenntnisstand des Ausübenden zu kennzeichnen. Die Gürtelreihenfolge ist hierbei Weiß, Blau, Lila, Braun, Schwarz. Außerdem werden Streifen an den Gürteln als Zwischenstufen verliehen.

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